Marketing-Trends 2018

In unserem letzten Artikel haben wir über die wunderbare Welt des Internets als Abenteuer- und Erlebnisland für Konsumenten - und die, die es noch werden sollen - berichtet und sind dabei insbesondere auf den Begriff der „Customer Journey“ eingegangen. Nachdem die Frage nach den Gestaltungsmöglichkeiten einer solchen Customer Journey hoffentlich geklärt werden konnte, stellt sich sicherlich noch eine ganz entscheidende weitere Frage: Und was springt für den Unternehmer dabei raus? Denn Kundenbindung alleine ist sicherlich nicht der einzige Profit, der sich aus der aufregenden Reise des Kunden ziehen lässt. Die Frage nach dem „Was noch?“ führt uns auf direktem Wege zu den vielfältigen Trends aus dem Bereich des Marketings, die im Jahr 2018 auf uns warten. 

Vielleicht ist es Ihnen bereits gelungen, den ein oder anderen entscheidenen Trend in unserem kleinen Rätsel zu entdecken. Wenn nicht, ist das nur halb so schlimm - wir helfen gerne auf die Sprünge. Doch bevor wir die Trends vorstellen, möchten wir unmittelbar all jenen Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die nach intensivem Studium des Artikels ihre Stimme erheben und die Unvollständigkeit der Trendliste beklagen. Vergleichbar mit dem Chaos in unserem Buchstabenrätsel, verhält es sich auch mit den prognostizierten Marketing-Trends für 2018. Fragen Sie 30 Experten und Sie werden vermutlich 15 verschiedene Antworten erhalten - der Eine sieht mehr, der Andere weniger und jeder von ihnen hat einen anderen Trend im Fokus. Aus diesem Grund wollen wir vor allem auf diejenigen Trends eingehen, die wir im Ranking ganz vorne sehen. 

 

Und aus dem Chaos spricht eine Stimme - Cross Device Tracking & Big Data

Und damit wieder zurück zu unserer Customer Journey und der Frage nach dem wirtschaftlichen und praktischen Nutzen, bzw. dem Marketing-Trend, der sich unter anderem aus dieser Form des Erlebnisinternets ableiten lässt. Denn neben Kundentreue liefert die Customer Journey vor allem eines: Daten. Wer sich die Mühe macht und die Reise des Kunden durch Cross Device Tracking erfasst und analysiert, der wird mit einer Vielzahl an Kundeninformationen belohnt, die er wiederum für die Entwicklung personalisierter und optimierter Werbemaßnahmen nutzen kann. Der Wert von Daten in einer digitalisierten Welt dürfte unumstritten sein. Sie sind die Währung des Internets und werden auch in Zukunft von zentraler Bedeutung sein. Umso wichtiger ist die Erfassung, Analyse und Aufbereitung eben jener Daten. Die Generierung kann dabei ausgehend von verschiedensten Kanälen (Websites, soziale Medien, smarte Gegenstände, usw.) erfolgen. Durch das Cross Device Tracking wird es möglich, gleich mehrere dieser Kanäle insofern abzudecken, als dass die Daten von einer Person trotz der Nutzung verschiedener elektronischer Geräte zusammenhängend erfasst werden können. Hierdurch lässt sich aus einer Vielzahl an Daten das Kauf- oder Nutzerverhalten eines Users ermitteln und anschließend für die Bereitstellung weiterer, zielgerichteter Angebote nutzen.

 

Inhalt ist alles?! - Content Marketing

Aber nicht nur zielgerichtete Angebote, sondern auch zielgruppenorientierte, informierende oder unterhaltsame Inhalte lassen sich anhand der ermittelten und aufbereiteten Daten erstellen. Doch wozu das Ganze? Welchen Sinn hat das Verfassen und Veröffentlichen von Content im Internet? Zweck des Content Marketing ist vor allem der Aufbau von Reichweite, die Herstellung und Pflege von Kundenkontakten sowie der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen durch die Bereitstellung von angebots- und unternehmensbezogenen Informationen, welche unterhalten, aufklären und zur Interaktion animieren sollen. Aber nicht nur die einfach Erstellung, sondern auch der Weg der Verbreitung des Contents spielt bei diesem Marketing-Trend eine wesentlich Rolle. So lassen sich Inhalte beispielsweise über soziale Medien, Blogbeiträge oder E-Mails verbreiten. Nicht jeder Weg ist dabei für alle Zielgruppen passend. Es ist entsprechend sinnvoll, die eignen Content Marketing-Strategien an die spezifische Zielgruppe des Unternehmens anzupassen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch mehrere Wege gleichzeitig beschritten werden können. Nicht selten macht es Sinn, sich an diesem Punkt breit aufzustellen und die unterschiedlichen Kanäle mit jeweils maßgeschneiderten Inhalten zu beliefern. 

 

Wer suchet, der findet - aber werden auch Sie gefunden? - SEO

Ein weiterer Vorteil des Content Marketings ist dessen förderliche Auswirkung auf die Platzierung in den Suchmaschinenergebnissen. Und damit sind wir auch schon bei einem weiteren Marketing-Trend des Jahres 2018. Suchmaschinenoptimierung (SEO) beschreibt die unterschiedlichen Maßnahmen, mit deren Hilfe Website „[…] in den organischen Suchergebnisseiten von Suchmaschinen, wie beispielsweise Google, auf höheren Plätzen ranken und dadurch auch öfters von Usern besucht werden.“ (GS Lexikon: Suchmaschinenoptimierung (SEO). (o.D.). unter: https://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/suchmaschinenoptimierung-seo [Stand: 12.01.2018]). Maßnahmen wie beispielsweise die Bereitstellung von einzigartigen und essentiellen Inhalten (sogenanntem „Unique Content“) sowie das Setzen richtiger Keywords und interner Verlinkungen, die Darstellung der Inhalte für alle Arten von Endgeräten und das Schaffen eines suchmaschinenfreundlichen Grundgerüsts tragen maßgeblich dazu bei, dass Sie von potentiellen Kunden gefunden werden können. Hierdurch schaffen Sie eine größere Reichweite für Ihr Unternehmen und vermeiden so, dass Sie in der Masse an Informationen untergehen. 

Dank der weitreichende Einflussnahme, die sowohl das Content Marketing als auch die Suchmaschinenoptimierung mit sich bringen, haben beide Trends zu Recht einen Platz auf der Liste der Marketing-Trends für das Jahr 2018 verdient. 

 

Inhalt ist nichts, basiert er nicht auf Sinn und Verstand - Native Ads

Doch wer jetzt die Meinung vertritt, dass die sinnlose und inflationäre Verbreitung von nebensächlichen und oberflächlichen Information einer optimalen Marketingstrategie entspricht, der befindet sich auf dem Holzweg. Content erstellen ja, aber bitte auch mit Sinn und Verstand. Die Strategie der Native Advertising setzt an diesem Punkt an und setzt sich zum Ziel, Werbebotschaften in Form eines redaktionellen Inhalts zu präsentieren und so dem Leser neben einer Werbebotschaft auch einen tatsächlichen inhaltlichen Mehrwert zu liefern, der sich an den Interessen und der Neugierde des Kunden orientiert. 

 

 

 

Vitamin B(eziehungen) - (Micro-) Influencer Marketing

Trotz aller Bemühungen vielseitigen, innovativen und gehaltvollen Content zu liefern kann es vorkommen, dass Sie nicht die gewünschten Erfolge im Hinblick auf das Erzielen einer großen Reichweite und den Aufbau neuer Kundenbindungen feiern. Bei der Fülle an Informationen und Artikeln im World Wide Web ist es eben nicht leicht aus der Masse herauszustechen. Helfen könnte an dieser Stelle die Unterstützung durch ein prominentes oder - in der jeweiligen Branche - einflussreiches Gesicht. Das sogenannte Influencer Marketing stützt sich vor allem auf den Einfluss öffentlichkeitswirksamer „Influencer“ (zu Deutsch: Meinungsmacher), die insbesondere in sozialen Netzwerken eine große Reichweite durch eine hohe Anzahl von Followern haben. Oftmals wird diesen Influencern eine maßgebliche Vorbild- oder Vertrauensfunktion zugeschrieben, so dass Produkte, die von ihnen beworben auch eher gekauft werden. Influencer „[…] beantworten [somit] durch ihre Authentizität das Glaubwürdigkeitsproblem, mit denen einige Marken zu kämpfen haben.“ (Gloede, T.: Digitale Marketing Trends 2018: Was erwartet uns im neuen Jahr?. (23.11.2017). unter: https://www.wearesquared.de/blog/digital-marketing-trends-2018 [Stand: 12.01.2018]). Im Unterschied zur Strategie des allgemeinen Influencer Marketings, setzt das Mirco-Influencer Marketing in einem deutlich kleineren Rahmen an. Kooperiert wird hier vor allem mit Meinungsmachern, die zwar eine eher geringe Reichweite haben (bis ca. 5000 Follower), dafür aber vermehrt mit ihren Followern interagieren und entsprechend besser auf sie eingehen können.

Zudem gelten sie oftmals als Experten auf ihren jeweiligen Fachgebieten und vermitteln so verstärkt ein Gefühl von Authentizität. An dieser Stelle sollte klar sein, dass Micro-Influencer Marketing, aber auch Influencer Marketing im Allgemeinen nur dann Sinn macht, wenn Sie den passenden Influencer für Ihr Produkt finden. Nur ein bekanntes Gesicht reicht hier nicht aus, also wählen Sie mit Bedacht. 

 

Kein Sinn wird zurückgelassen - (Non-) Visual Experience

Neben den bereits dargestellten Marketing-Trends sollte auch das Bereitstellen von (Non-) Visual Experiences für den Konsumenten eines der Ziele für Werbetreibende in 2018 sein. Interaktive Elemente und Videos sind und bleiben auch weiterhin Trumpf in der Werbung, insbesondere auch deshalb, weil in den sozialen Medien zunehmend auf die Darstellung von Inhalten via Video gesetzt wird (siehe Instagram und Snapchat Stories). Videos bieten den Vorteil, dass die zu präsentierenden Inhalte spielerisch, interessant und kreativ vermittelt werden können und ihnen eine grundsätzlich interaktive Komponente innewohnt. 

 

Aber nicht nur visuelle, sondern auch sprachgesteuerte Elemente gewinnen in 2018 an Bedeutung. Seit Einführung der Sprachassistenten ist der User zunehmend dazu geneigt, sich die aufwendige Suche per Worteingabe zu ersparen und stattdessen auf die hilfsbereiten Sprachassistenten zurückzugreifen. Aus diesem Grund bietet es sich an, Content so aufzubereiten, dass er für die Sprachassistenten relevant wird und von ihnen ausgegeben werden kann. 

 

Nutze den Augenblick - Micro-Moments nutzen

Auch wenn der letzte von uns aufgeführte Trend sich nur um den Zeitraum von einem Wimpernschlag dreht, ist er dennoch nicht weniger bedeutsam als die bislang vorgestellten Trends. Micro-Moments beschreiben all jene Momente, in denen ein User auf der Suche nach Antworten auf unterschiedlichste Fragen mit Marken oder Unternehmen in Kontakt treten könnte. Ziel der Unternehmen sollte es an dieser Stelle sein, die entsprechenden Antworten für den Konsumenten bereitzustellen und somit die Micro-Moments als Köder für eine Kontaktaufnahme zu nutzen. Wichtig hierbei ist es, sich die verschiedenen Micro-Moments bewusst zu machen, um anschließend rechtzeitig auf den Kunden reagieren zu können. Hilfreiche Mittel hierzu sind beispielsweise ein mobil- und benutzerfreundliches Webdesign sowie eine durch Klarheit, Struktur und geringe Komplexität gekennzeichnete Website. Schon diese einfachen Mittel können Sie vom simplen Unternehmer zum Leuchtturm für den suchenden Kunden machen.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich in der Liste der Marketing-Trends für das Jahr 2018 zwar durchaus viele altbewährte Methoden und Strategien wiederfinden lassen, dies sollte jedoch nicht den Eindruck vermitteln, als bestehe keine Notwendigkeit an der regelmäßigen Aktualisierung und Anpassung der bestehenden Marketing-Strategien zu arbeiten. Denn auch bekannte Strategien müssen an technische Neuentwicklungen oder gesellschaftliche Veränderungen angepasst oder durch neue Methoden ersetzt werden. Also, bleiben Sie am Ball!