Plus Eins - Das neue Social Network Google+
Ende Juni 2011 ging eine neue Website des Suchmaschinenriesen Google online. Der Dienst bekam den Namen Google+ und soll Googles eigenes Social Network werden. Den Einstieg in die sozialen Netzwerke hat Google bisher verschlafen. Die Versuche, die gestartet wurden, waren alles andere als erfolgreich. Google Wave zum Beispiel, ein Dienst zum kollaborativen Arbeiten und Teilen, mit dem man Bilder, Texte oder andere Dokumente einem großen Benutzerkreis zugänglich machen konnte oder auch das Social Network Orkut, das nur in Südamerika populär ist, waren Belege für das Scheitern von Google im Bereich der Social Networks. Google blieb lediglich die riesige Suchmaschine, als die sie bekannt geworden ist. Spezialisiert auf Daten, nicht auf Emotionen und Sozialitäten. Das soll sich mit Google+ ändern! Das Feld der Social Networks haben andere bereits abgesteckt. Twitter oder Facebook als größter Vertreter ihrer Art, sind bereits im Markt etabliert und haben viele Millionen Nutzer generiert. Die Aufholjagd für Google kann also beginnen. Doch ist es überhaupt möglich, diese Goliaths der Social Media noch einzuholen? Die Antwort muss hier lauten: Es ist möglich, wenn man bedenkt, dass Facebook den ehemaligen Marktführer der Social Networks, der Anbieter MySpace, bereits vor einigen Jahren um Längen geschlagen hat. Eine schwere Aufgabe liegt in jedem Fall vor Google+, das kann als sicher gelten, ob sie unlösbar ist, wird die Zukunft zeigen.

Wie füge ich Nutzer zu Google+ hinzu?

Sie können andere Nutzer über das Textfeld oben auf der Seite suchen. Hier geben Sie einfach den Namen der zu suchenden Person ein und durchforsten die Ergebnisse nach dem passenden Treffer. Gehen Sie auf die Profilseite der jeweiligen Person und fahren über die Schaltfläche „Hinzufügen“ (Oben rechts). Nun öffnet sich ein Menü, über das Sie den Nutzer einer bestimmten Gruppe zuordnen können. Diese sog. Circles können Sie auch selbst erstellen. Über das Menü oben rechts in der dunklen Leiste kommen Sie, durch Klick auf Ihren Namen und dann auf den Menüpunkt „Kreise“, zu dem Ort, an dem Sie Ihre Kontakte organisieren können. Hier ist der Bereich, in dem Sie Ihre Bekanntschaften per Drag & Drop in die einzelnen Kreise einordnen können. Legen Sie am besten für jedes Projekt einzelne Circles an und teilen Sie Ihre Kontakte in den verschiedenen Kreisen auf. So können Sie verschiedene Bereiche gesondert ansteuern und ein Informationsaustausch und generell die Zusammenarbeit unter den Mitarbeitern werden erleichtert.

Welchem Netzwerk ist Google+ ähnlich?

Google+ ist eine Mischung aus bewährten Funktionen mehrerer bereits bestehender Dienste. Es hat das Aussehen von Facebook, das in weiten Teilen gleicht und den Charakter von Twitter, wenn es darum geht, zu vernetzen. Wollen sich zwei Nutzer verbinden, müssen nicht beide ihr Einverständnis geben. Das System funktioniert hier eher wie sein zwitschernder Konkurrent aus San Francisco. Die Möglichkeit, Personen zu folgen, ohne, dass diese zwangsläufig zurückfolgen müssen, ist gegeben, ein reines Lesen der Nachrichten ist also möglich. Der Nutzer, mit dem sich verbunden wird, kann natürlich den folgenden Benutzer blocken, um ihm das Lesen der eigenen Nachrichten zu verbieten. An wen einzelne Statusupdates gesendet werden, kann der Nutzer ebenfalls mithilfe der Circles, zu denen es weitere Informationen im folgenden Abschnitt gibt, bestimmen. Google+ die Ähnlichkeit mit einem bestimmten Social Network zu bescheinigen ist ein schweres Unterfangen. Das Entwicklerteam scheint das Beste aus allen Welten vereint zu haben, um ein neues Netzwerk zu schaffen, dessen Sinn und Zweck irgendwo zwischen der reinen sozialen Interaktion, wie sie bei Facebook der Fall ist, und der Verbreitung von Nachrichten, ähnlich Twitter, liegt. Eine wirkliche Übereinstimmung lässt sich nur immer wieder in Einzelelementen feststellen, was allerdings auch nicht verwunderlich ist, da es bestimmte Funktionen gibt, die einfach zu den meisten Netzwerken gehören. Diese sind oft simultan in mehreren Networks vorhanden und lassen Zusammenhänge und Anwendungen überhaupt erst funktionieren. Google+ ist ein zusammengestückeltes Wesen, dessen Bestandteile jedoch ein in sich stimmiges Ganzes ergeben.

Was kann Google+?

Was hat das Netzwerk nun aber zu bieten? Was sind die großen Features, mit denen Google+ versucht, die Nutzer auf seine Seite zu ziehen? Im Folgenden beschreiben wir Ihnen diese und geben Ihnen Tipps, welche Möglichkeiten Sie wie für das Marketing nutzen können. Die Funktionen können und werden sich im Laufe der Zeit sicherlich noch erweitern. Zum Zeitpunkt dieses Artikels befindet sich Google+ noch immer im Stadium einer Beta-Phase, in der noch nicht alles fertig ist und die User die Internetseite testen.

Circles in Google+

Die Circles sind das vermutlich wichtigste Feature dieses neuen Netzwerks, das Herzstück. Gleichzeitig sind sie auch das Merkmal, das am stärksten auf die Abgrenzung vom Marktführer Facebook abzielt. Der blaue Riese aus Palo Alto war in letzter Zeit häufig mit negativen Meldungen über fehlenden Datenschutz in den Medien aufgefallen und wurde dafür in den Medien gescholten. Diesen Umstand nutzt Google+, um sich vom Mitbewerber abzugrenzen. Ein wichtiges Key-Feature, das dabei helfen soll, ist die Circles-Funktion. Sie hilft Ihnen dabei, Ihre Kontakte in Gruppen einzuteilen. Möchten Sie zum Beispiel einen Inhalt nur an Ihre Freunde weiterleiten, so können Sie dies mithilfe der Circles tun. Kein in eine andere, nicht für diesen Content relevante Gruppe eingeordneter Bekannter wird diese Nachricht so bekommen. Eine genaue Steuerung der eingenen Inhalte ist so möglich. Sie können sogar einstellen, ob Ihre Inhalte von Ihren Freunden und Bekannten geteilt werden dürfen oder nicht. Diese Einstellung kann nützlich sein, wenn es um persönliche und somit sehr private Beiträge geht, die nicht weiterverteilt werden sollen. Bereits beim Hinzufügen einzelner Personen zu Ihren Kontakten, fragt Google+ Sie, in welchen Ihrer Circles Sie die jeweilige Person einordnen möchten. Haben Sie einen Nutzer falsch eingeordnet, gibt es im Nachhinein noch immer die Möglichkeit, ihn einfach per Drag&Drop in einen anderen Kreis zu verschieben. So haben Sie alle Ihre Kontakte nach Bekanntschaftsgrad oder anderen für die Zusammenarbeit wichtigen Parametern geordnet. Personen können in Projektgruppen geteilt werden und so haben Sie einzelne Ordner, die Sie mit den jeweiligen Informationen zu einem bestimmten Projekt beliefern können. Eine praktische Möglichkeit, mit der Sie Ihre Arbeit und die Business-Kontakte in Google+ perfekt organisieren können.

Die Sparks

Sparks bieten Sammelbecken für all Ihre Interessen. Die Funktionsweise ist Folgende: Sie geben im dafür vorgesehenen Feld für Sie wichtige Interessen an und Google findet alle relevanten Informationen dazu im Netz. So haben Sie einen Stream für die Informationen, die Sie Interessieren. Sparks nutzt die hauseigene Suche und erstellt daraus eine Art für Sie passenden RSS-Feed innerhalb von Google+. Die für Sie aus dem Index gefilterten Informationen können zu den unterschiedlichsten Themenbereichen erfolgen und durch die Expertise, die sich Google im Bereich der Websuche über lange Jahre angeeignet hat, ist die Suche auch recht sauber und zeigt immer aktuell neue Informationen. So können Sie in den Themenbereichen, die Sie interessieren, auf dem Laufenden bleiben. Ein interessanter Anwendungsbereich für diese Funktion ergibt sich im Social Media Monitoring. Legen Sie zum Beispiel einen Spark für Ihr Unternehmen an und gucken Sie jeden Tag, was Menschen über Sie und Ihre Firma im Internet verbreiten. Die Funktion eignet sich natürlich nicht für ein komplettes und komplexes Monitoring aber Sie können einen gewissen Überblick über die Gesprächsverläufe erhalten, die Sie persönlich betreffen. Eine geeignete Funktion, um sich jeden Tage einen kleinen Überblick zu verschaffen, ohne vorher lange ein Monitoring bemühen zu müssen. Ebenso denkbar wäre eine Konkurrenten-Analyse eines Mitbewerbers.

Das +1 Feature

Eine weitere interessante Funktion ist die +1 Schaltfläche. Es handelt sich dabei um einen Button, ähnlich dem Like-Button des Konkurrenz-Netzwerks Facebook, mit dessen Hilfe der Nutzter ausdrücken kann, welche Inhalte ihm im Internet gefallen. Der Button kann in eigene Websites eingebettet werden, befindet sich jedoch auch in der allgemeinen Google-Suche. So kann man Content und Artikel schon direkt in den SERPS empfehlen und diese persönlichen Hinweise erscheinen daraufhin in Ihrem Stream und ebenfalls auf einer speziellen +1 Seite in Ihrem Google+ Profil. So können Ihre Kontakte sehen, was Sie interessant finden und die Empfehlungen gehen nicht, wie zum Beispiel bei Facebook, nach kurzer Zeit im Datenstrom unter. Sie sind beständiger und bleiben längerfristig im +1 Tab Ihres Profils abrufbar. Das +1 Feature ist besonders für die Betreiber von Websites interessant. So können Sie zum Beispiel in Ihre Unternehmens-Website einen solchen Button einbauen und so eine weitere Streuung des eigenen Contents erreichen. Je mehr Websites Links zu Ihrer Site bereitstellen, desto größer die Chance, dass sie gesehen und von möglichst vielen Menschen besucht wird. Gleichsam kann dies eine positive Auswirkung auf die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Corporate-Website haben. Ebenso bezieht der Suchmaschinenriese die Klicks auf den +1 Button in einer gewissen Weise in die googleinterne Bewertung einer Seite mit ein. Google typisch gibt es von Seiten des Unternehmens wenige Informationen über die direkten Auswirkungen des Features. Einzig und allein die Bestätigung, dass Klicks auf den +1 Button als ein Feature unter vielen in die Suche mit einbezogen werden, ließ man verlauten. Die Schaltfläche ist ein Indikator, da er anzeigt, wie viele Menschen sich für einen Artikel interessieren. Google geht in diesem Falle davon aus, dass der Artikel, wenn er von so vielen Menschen empfohlen wird, eine gewisse Relevanz aufweist und bewertet den Inhalt somit als höherwertig.

Hangouts in Google+

Hangouts sind, kurz gesagt, Videochats mit bis zu zehn Personen. Das Prinzip unterscheidet sich etwas von denen normaler Videochats. Hangouts soll eine Plattform bilden, auf der sich getroffen und ausgetauscht werden kann. Man erstellt einen Chat mit einem beliebigen Circle und diese Personen bekommen eine Einladung zu einem Hangout in ihrer Timeline angezeigt. Sie können dann, so lange der Chat andauert, in diesen hineingehen und sind daraufhin in Video und Ton mit den anwesenden Personen verbunden. Das Konzept, das hinter diesem Chat steht, ist interessant. Bietet es doch nicht, wie der gewöhnliche Chat, nur die Möglichkeit der direkten Kontaktaufnahme, sondern eher einen Ort, an dem man sich treffen kann. Wann eine Person zum Chat hinzustößt ist dabei egal. Anders als bei normalen Videochats, zum Beispiel. mithilfe von Skype, muss der Angerufene oder Eingeladene nicht direkt antworten. Er kann, wenn er Zeit hat, zum Chat hinzustoßen. Das Tool ist für eine Kommunikation im Businessbereich prinzipiell gut geeignet. Mit der Möglichkeit, Menschen in eigene Circles einzuordnen, können Sie bestimmte Personen bestimmten Projekten zuordnen und so mit allen in diesen Gruppen getrennt voneinander sprechen. Dieses System bietet eine recht gute Organisation der einzelnen Projektgruppen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern, wie zum Beispiel dem Videochat-Platzhirsch Skype, ist das Chatten mit mehreren Personen und Videounterstützung kostenlos möglich.

Fazit

Google+ ist ein mächtiges Netzwerk und das, obwohl es sich noch in der Beta-Phase befindet. Jeder Nutzer kann sich sein eigenes Weberlebnis zusammenstellen und seine Interessen ordnen. Auch im Corporate-Bereich kann diese Möglichkeit interessant sein. Sie sollten die Chancen und Möglichkeiten für Ihr Unternehmen von einer Web- oder Werbeagentur prüfen lassen und daraufhin eine Strategie entwerfen. Eine symbiotische Existenz von Facebook und Google+ ist möglich, da beide Dienste auf verschiedene Anwendungsbereiche abzielen und somit unterschiedliche Zwecke bedienen. Eine Chance hat das Netzwerk allerdings auf jeden Fall verdient. Testen Sie Google+! Wenn Sie eine Strategie oder technisches Know-How in der Umsetzung einer solchen Seite benötigen: Sprechen Sie uns an!